Gekochte Maronen
 

Die Edelkastanie / Maroni – Eine vielfältige Nussfrucht
 
Die Edelkastanie, auch Esskastanie genannt ist eine besonders nährvolle Nussfrucht und ein sehr gesundes Nahrungsmittel. Ursprünglich aus Kleinasien und dem Kaukasus, einem Hochgebirge zwischen dem Schwarzem und dem Kaspischem Meer stammend, verbreiterte sich die Kastanie in ganz Europa wo sie vor allem in den warmen, südlicheren Ländern wie Spanien, Italien, Türkei oder Frankreich angebaut wird. 
 
Als Maroni bezeichnet man eine spezielle Weiterzüchtung der Edelkastanie, sie schmeckt süßlicher und unterscheidet sich in ihrer Form. Vom Mittelalter bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Edelkastanie in den Regionen Südeuropas das Hauptnahrungsmittel der ärmeren Landbevölkerung, lange bevor sich Kartoffeln und Mais durchsetzen. Daher galt sie früher auch als das „Brot der Armen“. 
 
Tatsächlich hat sie auch heutzutage das Zeug zum Grundnahrungsmittel: Die Edelkastanie bildet eine herausragende Alternative zu Brot, Nudeln und Milchprodukten. Sie sättigt, ist glutenfrei und kann vielfältig zubereitet werden. Egal ob als Creme aus gerösteten Maronen, in Keksform mit Dinkel, als Mehl zum Backen oder einfach nur gekocht, Edelkastanien lassen sich großartig zubereiten und genießen. Die Edelkastanie ist ein wichtiger Bestandteil einer sättigenden, vollwertigen und gesunden Ernährung. Dies liegt daran, dass sie sämtliche wertvolle Inhaltstoffe vereint. Sie liefert hochwertiges Eiweiß, Kohlenhydrate, Stärke, Vitamine (Vitamin A, C, E und B-Vitamine), wichtige Mineralstoffe und unentbehrliche Spurenelemente wie Calcium, Phosphor, Kalium, Eisen, Magnesium und mehr, außerdem ist die Nussfrucht fettarm. Vor allem B-Vitamine sind hier vertreten (B1, B2, B3, B5, B6) wodurch sich die Edelkastanie für Vegetarier/Veganer eignet.

Durch die Vereinigung von Geschmack, Sättigung und der Zufuhr sämtlicher wichtiger Inhaltsstoffe ist die Esskastanie also ein wahres „Superfood“. 
 
Auch Hildegard von Bingen schätzte die Kraft der Edelkastanien sehr, dazu schrieb sie: 
„Der Kastanienbaum ist sehr warm und hat auf Grund seiner Wärme eine große Kraft (Lebenskraft; virtus = Tugendkraft), da er die discretio (das rechte Maß, die Mitte, das Firmament) symbolisiert und alles, was in ihm ist auch seine Frucht ist nützlich gegen jede Schwäche, die im Menschen ist“. 
 
So soll die Edelkastanie laut Hildegard von Bingen sowohl bei Leberschmerzen, Milzschmerzen aber auch bei Magen-Darmleiden, Bauchspeicheldrüsenleiden, Gallenerkrankungen aber auch bei geschwächten Nerven hilfreich sein. 
 
Zur Behandlung von Leberschmerzen schieb sie: 
„Wenn die Leber schmerzt, zerstoße oft die Kerne und so lege sie in Honig und mit diesem Honig esse sie oft und deine Leber wird geheilt“. 
 
Bei einer zwei monatigen Kur mit Edelkastanienhonig (ein voller Teelöffel, zwei Mal pro Tag) kann die Leber bei der Regeneration unterstützt werden. Auch gegen Milzschmerzen können Maroni helfen: 
 
„Wer an Milzschmerzen leidet, röste diese Kerne oft in Feuer, esse sie oft mäßig warm und seine Milz wird warm und strebt nach völliger Gesundheit“. 
 
Durch übermäßigen Stress aus dem Alltag können unsere Nerven schnell geschwächt werden, doch die Kohlenhydrate und die spezifischen Wirkstoffe der Edelkastanie können sich äußerst positiv auf die Nerven auswirken, so Hildegard von Bingen: 
 
„Ein Mensch, dem das Hirn durch Trockenheit leer ist, und der daher im Kopf schwach wird, koche die Früchte in Wasser ohne Zusatz. Er soll sie oft vor und nach dem Essen nehmen und sein Gehirn wächst und wird wieder gefüllt und seine Nerven werden stark und so wird das Kopfleiden weichen.“
 
Unsere Empfehlung für ein einfaches Rezept mit Maronen: Die Maronencremesuppe!
 
Zutaten:
200 Gramm gekochte Edelkastanien, 1 Liter Wasser, 150 Mililiter Rotwein, Galgantwurzelpulver, Bertramwurzelpulver, 1 Esslöffel Butter, 1 Esslöffel Dinkelmehl, 2 Esslöffel Edelkastanienmehl, 2 Lorbeerblätter, Gewürznelken, Prise Salz, Schlagsahne
 
Zubereitung:
 Die Zwiebel klein schneiden und mit Butter in die Pfanne geben, anschließend das Edelkastanienmehl und das Dinkelmehl hinzugeben und in der Pfanne kurz anbraten lassen. Regelmäßig mit dem Rotwein ablöschen und etwas Wasser hinzugeben. Nun kann das Ganze gewürzt werden, geben Sie dazu das Bertramwurzelpulver, das Galgantwurzelpulver, das Nelkenpulver, die Prise Salz sowie die Lorbeerblätter mit in die Pfanne. Kochen Sie parallel dazu die Edelkastanien, auch wenn diese bereits vorgekocht sind, sodass sie weich werden. Nehmen Sie die Lorbeerblätter und die Gewürznelken wieder aus der Pfanne heraus und rühren Sie die Suppe mit einem Pürierstab cremig. Zum Schluss kann die Suppe mit Schlagsahne noch verfeinert werden.
 
21.10.2018 23:04 von Marcel Schulz
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